Versteckte Kosten bei Prepaid-Nutzung

Auch wenn zahlreiche Prepaid-Anbieter mit dem Satz „Keine Vertragsbindung“ werben, heißt es nicht, dass der Kunde beim Erwerb einer Prepaid-Karte keinen Vertrag abschließt. Gerade im Kleingedruckten trennt sich die Spreu vom Weizen unter den vielen Prepaid-Angeboten.

 

Dass das Wort „Prepaid“ für Vorkasse steht ist allgemein bekannt, damit verbunden ist die bequeme Bezahlung per aufgeladenem Konto. Man bezahlt keine Cent mehr, als auf dem Konto drauf ist, was einer vollen Kostenkontrolle gleichkommt. Im Detail bedeutet das, dass bei einem leeren Guthabenkonto keine kostenpflichtigen Telefonate, Nachrichten oder Datenverbindungen mehr möglich sind. Doch das ist ein weit verbreiteter Irrtum.


So kann es bei einigen Mobilfunk-Providern durchaus vorkommen, dass das Guthaben auch ins Minus rutscht. Gerade Telefonate und Nachrichten im oder aus dem Ausland können erst mit zeitlicher Verzögerung abgebucht werden. Ein Verfahren, was der Kunde im Nachhinein ausgleichen muss, und in einigen AGBs auftaucht.


Eine Steigerung dazu stellen Anbieter dar, bei denen der Kunde trotz Prepaid-Nutzung einen Lastschrifteinzug ermächtigen muss, inklusive kostenpflichtigen Widerruf. Dabei wird bei Guthabenende die Verbindung nicht automatisch getrennt. Gerade bei Datenverbindungen oder Gesprächen auf Servicerufnummern oder aus dem Ausland muss hier, trotz Prepaid, mitgerechnet werden, damit auf dem nächsten Kontoauszug keine böse Überraschung wartet. Von einer vollen Kostenkontrolle kann hier nicht mehr gesprochen werden.


Ein oft genanntes und auch uns bekanntes Phänomen ist die beinahe geisterhafte Verringerung des Guthabens, obwohl man längere Zeit die Prepaid-Karte nicht genutzt hat. Und das obwohl es bei den Anbietern doch „ohne Mindestumsatz“ heißt.

 

Es gibt jedoch nach wie vor auch Prepaid-Angebote die eine Gebühr pro Monat erheben, wenn der Kunde die Karte zum Beispiel zwei Monate lang nicht für kostenpflichtige, abgehende Gespräche genutzt hat. Nutzt er das Handy dann nach einem halben Jahr erneut, ist die Verwunderung groß, dass das volle Guthaben zum Teil „versickert“ ist. Und das obwohl das Oberlandesgericht München bereits 2006 entschied, dass Guthaben von Prepaid-Karten nicht verfallen dürfen. (AZ: 29 U 2294/06 ). Das hält jedoch die Anbieter nicht davon ab, eine „Administrationsgebühr“ zu erheben. Ein Mindestumsatz durch die Hintertür, welche zwar im Kleingedruckten erscheinen muss, aber selbstredend kaum im Vorfeld beachtet wird.


Wir raten daher bei seriösen Angeboten darauf zu achten, dass in den AGBs eindeutig steht, dass alle Verbindungen umgehend unterbrochen werden, sobald das Guthaben verbraucht ist, selbstredend ohne Zusatzklauseln und Einschränkungen. Ansonsten verliert die Bezeichnung „Prepaid“ ihre Bedeutung. Eine ungefähre persönliche Kostenkalkulation sollte also auch bei Prepaid- Gesprächen immer vorgenommen werden.


In einem weiteren Artikel werden wir uns demnächst intensiv mit den Sicherheitsaspekten bei der Nutzung von Prepaid-Karten beschäftigen.