Sicherheit im Umgang mit Prepaid-Karten- Was ist bei Weitergabe und Diebstahl zu beachten?

Bereits in einem vorhergehenden Artikel sind wir auf versteckte Kosten bei der Nutzung einer Prepaid-Karte eingegangen. Ein weiterer wichtiger Punkt im Umgang mit Prepaid-Angeboten ist die Sicherheit der eigenen Daten, insbesondere im Fall einer Weitergabe oder Verlustes der Karte.

Der folgende Artikel beschäftigt sich mit den Sicherheits-Risiken beim Kauf einer bereits aktivierten Prepaid-Karte, was im Falle eines Diebstahles zu beachten ist und wie dem Missbrauch der eigenen SIM-Karte durch Dritte vorgebeugt werden kann.

 

Was muss man bei der Weitergabe/dem Verkauf einer Prepaid-Karte beachten?

Auch gebrauchte Prepaid-Karten lassen sich privat weiterverkaufen. Bei einschlägigen Auktionshäusern findet man eine Vielzahl an entsprechenden Angeboten mit bereits aktivierten SIM-Karten. Bei der Aktivierung werden persönliche Daten abgefragt und gespeichert, dass ist in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben. Wird dies von dem Provider nicht beachtet schaltet sich früher oder später die Bundesnetzagentur dazwischen und erzwingt die Nachregistrierung des Käufers oder sperrt die SIM-Karte. Die einmal aktivierte Prepaid-Karte ist also immer mit den Daten des Käufers verknüpft.

Entscheidet man sich nun zur Weitergabe der Karte, sollte man dies dem jeweiligen Anbieter mitteilen. Beachtet man dies nicht, und wird mit der verkauften Karte Missbrauch betrieben, ist man selbst die erste Person im Visier der Polizei. Dazu zählt auch die Weitergabe innerhalb des Familien- oder Bekanntenkreises, wandert die Karte irgendwann unkontrolliert weiter, gilt das gleiche Risiko wie bei Verkauf an eine fremde Person.

Bei ein Vertragsübernahme muss man dem Anbieter also je zwei Namen, Adressen und Unterschriften vorlegen. Auch ein Prepaid-Vertrag ist und bleibt ein Vertrag. Die Formulierung „ohne Vertragsbindung“ bezieht sich nur, dass jederzeit gekündigt werden kann und bei seriösen Angeboten keinerlei laufenden finanziellen Verpflichtungen entstehen. Wie bei dem Kauf eines Autos oder anderen Waren mit persönlichen Daten, muss sowohl der Verkäufer und der Käufer den Handel bestätigen. Anonyme SIM-Karten sind in Deutschland untersagt, und gehören meist einem ahnungslosen Vorbesitzer oder Strohmann.

Geht man mit dieser Regelung persönlich zu flapsig um, sollte einem bewusst sein, dass inzwischen alle Prepaid-Karten die Nutzung von Datenverbindungen zulassen. Ein unregistrierter Nutzer im Besitz der Karte kann sich im Namen des offiziell gemeldeten SIM-Karten Besitzers im Internet frei bewegen. Bei Missbrauch ist jedem klar, auf wen die Ermittler als erstes zukommen werden.

Hat man dann noch einen Vertrag der nur scheinbar eine Kostenkontrolle bietet, und der ungemeldete Käufer überzieht das Guthabenkonto der Karte, fallen die Kosten dem Altnutzer zu. Er haftet in jedem Fall, wenn der Käufer der Karte nicht mehr ausfindig ist.

Ist die Benutzung von Prepaid-Karten überhaupt sicher?

Wer bei der Weitergabe auf die geforderte Umschreibung achtet, geht kein Risiko im Falle eines Missbrauches ein.

Auch für Nutzer die dies bisher nicht beachtet haben, oder sich unsicher über den Verbleib ihrer alten Prepaid-Karte sind, gibt es eine Lösung. Ist die entsprechende Karte noch auf den eigenen Namen registriert, kann man sie jederzeit sperren lassen. Zur Sperrung reicht die Kenntnis der alten Mobilfunknummer und der Name des Providers. Ebenso wird bei der (kostenpflichtigen) Beantragung einer Ersatzkarte, die Alt-Karte gesperrt. Aus Sicht eines Käufers bedeutet dies, dass ohne Umschreibung der Verkäufer die Karte theoretisch jederzeit sperren lassen kann.

Was ist bei Diebstahl der Prepaid-Karte zu beachten?

Eine Horrorvorstellung eines jeden Handybesitzers ist der Diebstahl des Mobiltelefons inklusive der SIM-Karte voller Daten. Eine aktivierte PIN-Eingabe sollte selbstverständlich sein, im Falle eines Diebstahls gilt umgehend die Karte sperren zu lassen. Zwar ist dann bei Prepaid-Karten das Guthaben zunächst weg, kann jedoch als wichtige Dokumentation bei illegalen Aktivitäten mit dem gestohlenen Gerät zur eigenen Entlastung dienen. Möchte man die Rufnummer weiterhin nutzen, kann eine meist kostenpflichtige Ersatzkarte nachbestellt werden.Spätestens dann wird die alte Karte automatisch gesperrt.

Gerade bei Prepaid-Verträgen mit automatischer Aufladung per Lastschrift oder Konto-Service, kann der Dieb solange Kosten verursachen bis die Karte gesperrt ist oder das maximale Limit für die automatische Aufladung erreicht. Gleiches gilt für die Nutzung von Aufladeoptionen via SMS, oder Postpaid-Klauseln (nachträglicher Rechnungsstellung) im Ausland.

Fazit

Bei dem Verlust einer Prepaid-Karte gilt das gleiche wie bei Diebstahl der EC-Karte, Kredit-Karte und ähnlichem. Ist es eindeutig, dass es sich um einen Diebstahl handelt, die Karte umgehend sperren. Eine Vielzahl an kostenlosen Sicherheitsprogrammen für das Handy bieten neben dem Schutz vor Schadsoftware mittlerweile auch gute Zusatzfunktionen rund um den Diebstahlschutz und der Verfolgung des Smartphones.

Beim Erwerb oder Verkauf einer aktivierten Prepaid-Karte auf eine lückenlose Umschreibung bestehen. Selbstredend zuvor sämtliche persönliche Daten sicher löschen. Auch hierfür empfehlen sich Programme die die Daten gleich mehrfach und damit sicherer überschreiben. Das gilt neben Prepaid-Karten auch für SIM-Karten mit herkömmlicher Vertragsbindung.